Schutz vor strafrechtlichen Konsequenzen

Auch in beruflichen Krise gilt: Coaches dürfen Ängste und Blockaden abbauen und Ressourcen stärken, für die Arbeit an Störungen mit Krankheitswert benötigen auch sie juristisch betrachtet eine Heilerlaubnis! Was aber, wenn die die Grenze zwischen „gesund“ und „psychisch Krank“ nicht eindeutig ist, wenn Coach oder Therapeut in der juristischen Grauzone arbeiten? Was können diese tun, um strafrechtliche Vorwürfe gegen ihre Tätigkeit zu entkräftigen?

Dokumentation kann strafrechtliche Vorwürfe entkräften

Was kann der Coach tun, um strafrechtliche Vorwürfe gegen ihn zu entkräftigen? Dies frage ich den Rechtsanwalt Jari Hansen aus Hamburg und erhalte zwei wichtige Hinweise:

  1. Nur der, der „wissentlich und willentlich die Heilkunde ausübt, ohne zur Ausübung des ärztlichen Berufes berechtigt zu sein und ohne eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz zu besitzen, wird gemäß §5 (1) Heilpraktikergesetz mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft, falls keine Rechtfertigung- oder Schuldausschließungsgründe vorliegen.“
  2. Auch der Coach mit Heilerlaubnis darf sich dem Willen des Patienten dnicht hinwegsetzen. Jede Heilbehandlung erfüllt den Tatbestand einer Körperverletzung und wäre ohne eine rechtfertigende Einwilligung strafbar. Eine wirksame Einwilligung kann nur erteilt werden, wenn vorher über alle Risiken der Behandlung aufgeklärt wurde. Wenn in eine Untersuchung nicht eingewilligt wurde und das übermitteln der Diagnose eine psychische Beeinträchtigung erst hervorruft, kann eine gemäß § 223 StGB strafbare Körperverletzung vorliegen.

Um diese beiden Risiken zu umgehen, empfiehlt Jaris Hansen eine sorgfältige Dokumentation der entsprechenden Fälle. Dadurch können strafrechtliche Vorwürfe entkräftet werden. Aber auch dann, wenn eine Heilerlaubnis vorliegt, müssen die Anbieter verschiedenste Dokumentationspflichten erfüllen.

Therapeuten haben eine Aufklärungs- und Dokumentationspflicht

Die Dokumentation sollte ein Aufklärungsblatt zu möglichen Risiken, die Dauer der Behandlungsmaßnahme, Kosten, eine schriftliche Einwilligung und bei Methodenfreiheit auf ein mögliches Abweichen von dem (Schulmedizinischen) Standard enthalten.

Liegen diese Dokumente vor kommt eine Strafbarkeit wegen Körperverletzung nur noch in Betracht, wenn die Behandlung im höchsten Maße verwerflich ist und gegen die guten Sitten verstößt.

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