Psychotherapie darf nicht jeder anbieten

Psychotherapie ist kein allgemeingültiger Begriff, vielmehr wird er für bestimmte Berufsgruppen festgelegt, die eine psychotherapeutische Heilbehandlung anbieten.

Für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten gilt §1 (3) PsychoThG:

Ausübung von Psychotherapie im Sinne dieses Gesetzes ist jede  mittels wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren  vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist. Im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung ist eine somatische Abklärung herbeizuführen. Zur Ausübung von Psychotherapie gehören nicht psychologische Tätigkeiten, die die Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte oder sonstige Zwecke außerhalb der Heilkunde zum Gegenstand haben.

Quelle: Psychotherapeutengesetz

Wichtig ist das Verständnis, dass das Psychotherapeutengesetz nur für ärztliche und psychologische Psychotherapeuten gilt. Für alle anderen gilt das Heilpraktikergesetz. In Paragraph 1, (2) HeilprG heißt es:

Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn sie im Dienste von anderen ausgeübt wird.

Quelle: Heilpraktikergesetz

Aus dem Wortlaut des Gesetzts kann entnommen werden, dass die Berufsgruppe, die unter das Heilpraktikergesetz fällt, eine Therapiefreiheit hat. Das bedeutet, dass die Gruppe, die unter das Heilpraktikergesetz fallen, bei ihrer psychotherapeutischen Tätigkeit nicht auf wissenschaftlich anerkannte Methoden eingeschränkt sind.

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