Strukturelle Störungen

Auch für Fachleute ist es häufig schwierig, zwischen einem sehr ausgeprägten, auffälligen Persönlichkeitsstil und einer krankhaften Störung zu unterscheiden, zumal die Übergänge fließend sind. Coach und Therapeut können beide als Ansprechpartner gelten, wenn es um die Beseitigung von Leid und das Wiederherstellen der Leistungsfähigkeit geht.

Was verbirgt sich hinter einer strukturellen Störung? Die meisten Menschen sind in der Lage auf unterschiedliche Situationen flexibel zu reagieren, und können ihr Verhalten der Situation entsprechend anpassen. Im Unterschied dazu sind bei Menschen mit einer strukturellen Störung bestimmte Denk- und Handlungsmuster sehr stark ausgeprägt, starr und unflexibel. Die Störung kann unterschiedliche Facetten treffen, z.B. beim Erleben von Gefühlen, bei der Kontrolle von Impulsen, bei der Wahrnehmung der Realität, der Selbstwahrnehmung und letztendlich bei der Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen. Problematisch wird es erst, wenn der Betroffene selbst unter seiner Persönlichkeit leidet.

Geistige Ebene: Typische Denkmuster

Jeder der aufgeführten Persönlichkeitsstile hat charakteristische Denkmuster, die in der Grafik zusammengefasst werden und sich stark voneinander unterscheiden. Und wie bereitws aufgeführt, der Übergang von einem markanten Persönlichkeitsstil hin zu einer Störung der Persönlichkeit ist fließend. Ein gemeinsames Muster lautet: „Die Anderen sind das Problem!“

Persönlichkeitsstile

Seelische Ebene: Gefühlswelt

Die starren Denk- und Handlungsmuter werden von tiefsitzenden Ängsten begleitet, die je nach Persönlichkeitsstil variieren. Der Persönlichkeitsstil hängt sehr stark von der genetischen Disposition ab. Die krank machenden Anteile werden besonders durch frühkindliche Einflüsse, negative Bindungserfahrungen und systemischen Veranlagungen ausgelöst. Häufige tief sitzende, meist unbewusste Ängste sind:

Wertlosigkeit: Der Betroffene fühlt sich aus unterschiedlichen Gründen wertlos.

Unzulänglichkeit: Der Betroffene fühlt sich unabhängig von seiner objektiven Fachkompetenz inkompetent und unzulänglich.

Ablehnung: Der Betroffene hat tief sitzende Ängste abgelehnt zu werden und erschafft sich eine innere Welt, in der er es immer wieder erlebt.

Körperliche Ebene: Psychosomatische Symptome

Strukturelle Störungen können mit einer Vielzahl an körperlichen Symptomen einhergehen.

Wird die Ursache für das persönliche „Leid“ in einer frühkindlichen Entwicklungsstörung vermutet, sollte der Fall therapeutisch abgeklärt werden. Unabhängig davon gilt:

Strukturelle Störungen können geheilt werden!