Psychosomatische Störungen I Funktionelle Störungen

Als psychosomatische (somatoforme) Störungen werden körperliche Beschwerden bezeichnet, die sich nicht oder nicht hinreichend auf eine organische Erkrankung zurückführen lassen. Dabei stehen Schmerzsymptome an vorderster Stelle, gefolgt von Herz-Kreislauf-Beschwerden, Magen-Darm-Beschwerden und sexuellen Störungen.

Somatoforme Symptome treten bei den meisten Menschen zumindest zeitweise auf und gehen in der Regel von selbst vorüber. Erst wenn die Symptome über einen längeren Zeitraum anhalten, zu deutlichem Leid führen und den Alltag der betreffenden Person erheblich beeinträchtigen, sprechen wir von einer somatoformen oder funktionellen Störung mit Krankheitswert.

Geistige Ebene: Typische Denkmuster

Patienten mit somatoformen Störungen haben auf ihrem Weg der schulmedizinischen Abklärung ähnliche Reaktionen zu hören bekommen wie: „Ihnen fehlt nichts“. Sie verstehen nicht, warum kein Arzt „etwas findet“, denn die Symptome sind ja tatsächlich vorhanden und werden von den Betroffenen oft sehr belastend erlebt.

Dypische Denkmuster Betroffener sind:

„Irgendein Arzt wird die organische Ursache schon finden …“
„Ich bilde mir meine Schmerzen doch nicht ein …“
„Ich bin doch kein Simulant …“

Eine große Anzahl von Betroffenen hat bereits einen langen Leidensweg mit „Doktor-Hopping“ hinter sich, bevor die Möglichkeit einer psychischen Ursache in Betracht gezogen wird.

Seelische Ebene: Gefühlswelt

Es existieren unterschiedliche Formen Somatoformer Störungen. Meist dauern diese Beschwerden schon über mehrere Jahre an.

Schmerzen: Der Betroffene empfindet starke und oftmals anhaltende Schmerzen in einer bestimmten Körperregion, die schulmedizinisch nicht erklärbar sind. Die Schmerzen können nur in einer Körperregion oder gleichzeitig in mehreren Regionen, wie Kopf, Rücken, Schulter, Arm, Brust, Bauch oder Unterleib, auftreten und lösen starke Ängste aus. (Somatoforme Schmerzstörung)

Angst, an einer schweren Krankheit zu leiden: Den Betroffenen quält die Angst, an einer schweren Krankheit zu leiden (z. B. Krebs) oder alsbald an ihr zu erkranken. Häufig gibt es eine familiäre Vorbelastung für ein bestimmtes Krankheitsbild. Unspezifische Körperwahrnehmungen werden mit solch einer Vorbelastung in Verbindung gebracht.

Depressive Verstimmung: Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit, Unentschlossenheit, schnelle Ermüdbarkeit, schließlich Schwunglosigkeit, mangelnde Belastbarkeit und Abgeschlagenheit

Reizbarkeit: Nervosität, innere Unruhe, Überempfindlichkeit

Körperliche Ebene: Psychosomatische Symptome

Häufige unspezifische Allgemeinsymptome sind:

Augen und Ohren: Ohrensausen, Ohrendruck, Augenflimmern, Sehstörungen, Schleier und Schwarzwerden vor den Augen

Kopf und Hals: Kopfdruck oder Kopfschmerzen, besonders vom Nacken zum Hinterhaupt ausstrahlend, Druckgefühl oder Kloß im Hals

Herz- und Kreislaufsystem: Herzklopfen, Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag, Druck- und Engegefühle bzw. „Krämpfe“ im Herzbereich, Atemenge, Erstickungsgefühle,Schwindel, Benommenheit

Müdigkeit: ständiges Gähnen, generelles Unbehagen und Unwohlsein, Müdigkeit, Mattigkeit und Abgeschlagenheit mit rascher Erschöpfbarkeit

Verdauungsorgan: Appetitmangel, Aufstoßen, Völlegefühl, Übelkeit, Brechreiz, „Krämpfe“ im Magen-Darm-Bereich, Nahrungsverwertungsstörungen mit Blähungen, ferner Durchfallneigung oder Verstopfung

Geschlechtsorgan: Vorübergehendes Aussetzen oder gar völliges Ausbleiben der Regel, eine zu häufige oder unregelmäßige Monatsblutung, sexuelle Unlust,  Libido- und Potenzstörungen

Haut: Abnorme Hautempfindungen, Jucken, Brennen, Prickeln, Taubheitsgefühle, Ausschläge, ständiges Wundsein

Drüsen: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Kältegefühle, „Mangeldurchblutung“ (periphere Durchblutungsstörungen)

Schlafstörung: Ein- und Durchschlafstörungen, morgendliches Früh erwachen

Muskeln und Gelenke: Muskelverspannungen, Muskelkrämpfe, Beschwerden im Bereich von Wirbelsäule und Gelenken

Für somatoforme Störungen gilt: Aufgrund einer gestörten Schmerz- und Stressverarbeitung wird aus „Seelenschmerz“ ein „Körperschmerz“.  Für Betroffene ist es häufig eine Erleichterung, wenn die eigenen funktionellen Störungen mit Hilfe des Diagnosesystems AMSAT-HC sichtbar gemacht werden.

Somatoforme Störungen lassen sich heilen!