Depressionen

Wer an einer Depression leidet, fühlt sich in allen Bereichen seiner Person und seines Lebens negativ beeinträchtigt. Eine Depression verändert unsere Gefühle, unser Denken und Handeln.  Hobbies, Interessen und berufliche Tätigkeiten, die vor der Erkrankung Spaß gemacht haben, werden während einer Depression vernachlässigt.

Betroffenen Menschen fühlen sich von den Anforderungen des Lebens schnell überfordert, alles geht schwer von der Hand. Weil sie ihren beruflichen und privaten Verpflichtungen nur noch bedingt nachkommen können, machen sie sich Vorwürfe, anderen zur Last zu fallen.

Wie erkenne ich, ob ich oder einer meiner Angehörigen unter einer krankhaften Depression leidet? Anbei einige Hinweise:

Geistige Ebene: Typische Denkmuster

Kognitive (geistige, bewusste) Denkmuster sind Überzeugungen, die unsere Persönlichkeit und unsere Weltsicht prägen und im schlimmsten Fall zu einer völlig verzerrten Wahrnehmung der eigenen Realität führen. Wir sprechen auch von bewusst ausgeprochenen Glaubenssätzen oder Glaubensstrukturen. Typische Denkmuster bei einer Depression sind:

„Ich bin wertlos und nutzlos.“
„Ich bin unfähig und ein Versager.“
„Es wird sich nie was ändern“

Der Betroffene fühlt sich beispielsweise als Versager, unabhängig von den objektiven Fähigkeiten und Kompetenzen. Die eigentliche Störung liegt aber auf der affektiven, also seelischen Ebene. Der Betroffene trägt unbewusste destruktive Glaubenssätze in sich, die die negativen Gedanken und Gefühle erzeugen. Je schwerwiegender diese Strukturen sind, desto mehr drängen sie von der seelischen Ebene auch in die geistige Ebene.

Seelische Ebene: Gefühlswelt

Die Depression gehört zu den Affektiven Störungen (lat. affekctus = Gemütsverfassung) und geht mit einer Reihe als unangenehm empfundener Gefühle und unbewusster Glaubensstrukturen einher.

Depressive Gefühle: Die Grundstimmung kann als traurig, gedrückt, schwermütig, lähmend und pessimistisch beschrieben werden und kann in einer Resignation münden. 

Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld:  Die meisten Depressiven leiden unter mehr oder weniger starken Minderwertigkeitsgefühlen. Sie fühlen sich häufig auch für Dinge schuldig, die auch aus ihrer Perspektive kognitiv unsinnig sind. „Ich fühle mich selbst schuldig, weil das Wetter so schlecht ist.“

Gefühl von Unzulänglichkeit: Viele Depressive leiden unter Unzulänglichkeitsgefühlen. Sie tellen ihre eigenen Fähigkeiten in Frage und fühlen sich als Versager. Das Gefühl der Unzulänglichkeit steht oft im Widerspruch zu der objektiv bestehenden Kompetenz.

Gefühle von Angst: Mit den Ängsten schwingen in der Regel Gefühle der Ohnmacht und Hilflosigkeit einher. Je nach Familiensystem finden sich hier sehr individuelle Ängste wieder, wie z.B.: Die Angst vor Ablehnung und Trennung, die Angst vor Verantwortung, die Angst vor der Zukunft, die Angst aufgrund der Krankheit nicht mehr geliebt zu werden, die Angst die Anforderungen des Lebens nicht zu schaffen, Angst nie mehr Freude empfinden zu können …

Gefühl von Freud- und Hoffnungslosigkeit: Mit der Depression geht die Fähigkeit verloren, Freude zu empfinden. Der Verlusst der Fähigkeit, sich über Dinge freuen zu können, die einem früher Spaß und Vergnügen bereitet haben löst ein Gefühl der Sinnlosigkeit und Hoffnugnslosigkeit aus. 

Gefühl der inneren Leere: Einige Depressive verspüren eine große innere Leere und fühlen sich gefühlsmäßig wie abgestorben. Bei schwereren Depressionen kann es auch dazu kommen, dass Betroffene den Zugang zu der eigenen Familie verlieren und Gefühlen wie Zuneigung und Liebe nicht mehr spüren können. Das kann soweit gehen, dass ein Gefühl der Gleichgültigkeit das Leben bestimmt.

Selbstmordgedanken: Bei schweren Depressionen kommen häufig auch Selbstmordgedanken ins Spiel. In solchen Fällen muss umgehend ein Facharzt hinzugezogen werden.

Körperliche Ebene: Psychosomatische Symptome

Depressive Menschen verspüren eine Reihe körperlicher Beschwerden wie beispielsweise Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Magenschmerzen, Esstörungen, Übelkeit oder Schwindel. Anbei eine Liste von typischen somatischen Symptomen:

Erschöpfung: Depressive Menschen fühlen sich körperlich schnell überfordert, leiden häufig unter chronischer Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit.

Schlafprobleme: Depressive Menschen leiden häufig unter Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen oder morgendlichem Früherwachen.

Sexualprobleme: Mit der schwindenden Lust auf das Leben geht auch die Lust auf Sexualität verloren, mit einhergehenden sexuellen Funktionsstörungen (Libido-, Potenzverlusst)

Ernährungsprobleme: Viele Betroffene leiden unter Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Andere hingegen verlieren das Gefühl für einen gesunden Appetit und essen übermäßig viel, weil „Torte und Schokolade“ kurzfristig ein gutes Gefühl erzeugen.

Inzwischen ist sogar nachgewiesen, dass negative Denkmuster psychische Erkrankungen auslösen oder verstärken können und umgekehrt. Heilung findet statt, wenn destruktive Denkmuster flächendeckend gegen positive ausgetauscht werden. Das passiert, indem die gesundheitsfördernde Glaubensstruktur mit den dazugehörigen positiven Emotionen über alle drei limbischen Ebenen im Unterbewusstsein verankert werden.

Eine Depression lässt sich heilen!